Puh - die letzten Tage hatten es in sich.
Sonntag - wieder Auftritt im "Local". Diesmal war ich extrem nervös. Nicht aus Lampenfieber, sondern ich hatte irgendwie die Befürchtung, dass keine Leute kommen werden.
Kurz vor Auftrittsbeginn sass ich in meiner "Garderobe" und fühlte mich echt mies und war ziemlich gekränkt, da so viele Leute zugesagt hatten und es waren nur ganz, ganz wenige Leute da und ich dachte mir "Warum sagen die zu, wenn sie dann eh nicht kommen????" Kurz vor 8 waren ca. 6 Leute im "Local" - Scheisse verdammte - kann man den niemanden heutzutage mehr vertrauen? "Ja, ja - ich komm eh, wo ist das genau. JA kenn ich eh bla bla bla"
Ich schaute aus dem Fenster und der Himmel war blau und ich wurde extrem ruhig und gelöst. Es war irgendwie ein magischer Moment. Es war mir plötzlich egal, wieviele Leute da waren. Ich dachte mir nur "Geht jetzt da raus und gib Dein Bestes - die, die wirklich gekommen sind, verdienen es, dass du dir den Arsch aufreisst und sie zum lachen und nachdenken bringst."
Ich habe keine Bühnenangst. Schon seit Jahren nicht mehr. Ich hätte kein Problem vor tausenden LEuten aufzutreten, doch ich finde es ist viel, viel schwieriger vor 20 Leuten zu bestehen!!!
Und es funktionierte!!! Das Publikum war super drauf - mein Techniker war sehr, sehr gut und es "flutschte". Der Abend war von meiner Seite zwar nicht perfekt, da ich wieder mal in der 1. Hälfte eine Menge ausgelassen habe (passiert mir dauernd) und ich glaubt, extrem holprig gesprochen zu haben.
Die Leute, mit denen ich sprach, waren aber begeistert und sparten nicht mit Lob.
Was gibt es schöneres????
Gleich am nächsten Tag auf um 6:30 - Frühstück herrichten, Kinder umziehen (gemeinsam mit meiner Gattin) und als alle 3 aus der Wohnung waren legte ich mich noch ein paar Stunden hin und zu Mittag ging es dann zum Flughafen.
Ab nach Holland zu einer Internet-Schulung.
Ich kam am 17.00 Uhr in Amsterdam an, sperrte mein Gepäck ein und fuhr in die Stadt.
Im Zentrum angekommen spazierte ich ca. 2 Stunden herum und war ziemlich enttäuscht. Die Stadt war zwar recht nett mit den Grachten und den alten Gemäuern, aber ein Coffee-Shop nach dem anderen und ein Souvenir-Laden neben dem anderen. Das Essen war eine Enttäuschung.
Ich fuhr dann ins Hotel und am nächsten Tag hatte ich Schulung.
Ein Kollege aus Holland zeigt mir dann auf einer Karte, welchen Teil von Amsterdam ich mir ansehen sollte.
Gleich nach der Schulung setzte ich mich aufs ausgeborgte Fahrrad und fuhr los Richtung Amsterdam Zentrum. Alle meinten es dauert ca. 40 Minuten in die Stadt.
Ich bin aber scheinbar falsch abgebogen und fuhr fast 2 Stunden ins Zentrum - EGAL.
Zuerst war der Weg unglaublich fad, da ich zuerst zum Flughafen musste, dann ging es weiter - fad und grau in grau. Plötzlich eine Gabelung und ich war in einer schönen Siedlung.
Typisch holländisch. Nette Bauten und nette Gärten, danach kam ich zu einem Kanal und dort sah es aus wie in einem Märchen. Unglaublich Idyllisch und schön. Schöne, saubere und grösse HAusboote, eine Windmühle. Wunscherschöne Restaurants und Cafes. Ich kam aus dem lächeln nicht mehr heraus.
Danach gib es weiter neben Kanälen und Einzelhäuser, dann kamen Reihenhäuser, dann Wohnhäuser und ich näherte mich dem Zentrum.
Die Radwege in Holland sind auch unglaublich und man glaubt nicht, wieviele Radfahrer unterwegs sind.
Durch ein paar nette Einkaufsstrassen (nicht die üblichen mit H&M und ähnlichem Schrott) mit diversen Läden, die von Indern oder Arabern geführt werden (die Gerüche waren unglaublich) kam ich dann dem Stadtzentrum näher und fuhr einen Ring neben einem Kanal entlang und kam dann zum Hauptbahnhof.
Um zu verdeutlichen, wieviele Fahrräder unterwegs sind: Links vom Bahnhof sind auf einer Seite 2.500 Fahrradabstellplätze, wobei die meisten besetzt sind. Es gibt aber noch einige andere.
In Holland MUSST du dein Fahrrad an irgedwas anhängen, sonst ist es weg. Das ist halt so.
Ich also Rad-PArkplatz gesucht - angehängt und gleich ins chinesische Viertel.
Ich kam bei einem Cafe vorbei, wo nur Männer draussen standen mit ECHTEN Oberlippenbärten und in der Auslage standen ein Haufen "Action Joe"-Figuren in Uniformen. Gleich im nächsten Cafe dasselbe Bild. Ich war irgendwie im Schwulen-Viertel gelandet. War egal - mir ist die sexuelle Ausrichtung eines Menschen egal. Hauptsache er oder sie ist glücklich dabei (dabei meine ich beide Partner)
Danach kam ich ins chinesische Viertel, dann ins Rotlicht-Viertel und ging dann über die HAuptstrasse zurück zum Bahnhof.
Und an diesem Abend gefiel es mir extrem gut in Amsterdam. Dadurch, dass ich die Aussenbezirke auch gesehen hatte und die schöneren Stadtteil, war ich sehr, sehr begeistert von dieser wunderbaren Stadt.
Und nein - ich habe kein einziges Mal gekifft. Ich war alleine vom Radfahren gut drauf.
Mittwoch abends ging es dann nach Hause.
Werde dem Hr. Becker ein bisserl auf die Nerven gehen, wegen eines 3. Termins im "Local"
Man sieht sich - oder auch nicht.
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