Donnerstag, 17. November 2011

Veranstalter und neue Wege beschreiten

Liebes Tage...äh Blog..äh buch äh... Wurscht!

Vor einigen Wochen habe ich etwas erlebt, was mich über die Situation in Österreich für Nachwuchskabarettisten ein bisserl aufgeklärt hat. Besser gesagt, mir wurden die Augen geöffnet.

Manfred, ein Freund, hatte mich schon vor Monaten gefragt, ob ich bei seiner Pop/Rock-Cover-Band im Vorprogramm auftreten wolle und ich sagte zu. Was hatte ich schon gross zu verlieren.

Eine Woche vor Konzertbeginn habe ich erfahren, dass der Veranstalter die Veranstaltung soweit bewirbt, dass er ein paar Plakate in seinem Lokal aufhängt und auch Flyer aufhängt.

Für mich ist es eine Ehrensache - wenn mich jemand spielen lässt, dann mache ich auch dafür massiv Werbung dafür!

Ich rufe also bei der Stadtgemeinde Strasshof an und frage, ob es Plätze gibt, wo man Plakate aufhängen darf. Die Dame am Telefon war sehr hilfreich und hat mir eine pdf. Datei geschickt mit Plätzen, wo man das darf UND DAS WAREN NICHT SO WENIGE!!!

Ich also auf nach Strasshof und habe an diesen Plätzen Plakate aufgehängt UND noch in diversen Geschäften (Supermärkte, Baumärkte, Trafiken usw usw)

Dann bin ich kurz beim Veranstalter stehengeblieben. Der erklärte mir, dass er bei berühmten Kabarettisten immer ausverkauft sei, bei Nachwuchskabarettisten aber nur ca. 20 Leute kommen würden.

Eigentlich kein Wunder, wenn man keine Plakate aufhängt.

Seit Wochen schicke ich emails aus an Veranstalter und bekomme meistens nicht mal ein "leck mich" als Antwort.

Einige schreiben "dass das Programm überhaupt nicht in ihr Kultur-Konzept passt" - finde ich super, dass es Leute gibt, die genau wissen, was ihr Publikum sehen will.

Darum haben wir auch so viele Weltstars in Film, funk und Fernsehen und österreichische Bands sind ja auch in allen internationalen Hitparaden vertreten.

Viele österr. Bands raunzen ja so oft, dass sie ihr Zuhause gar nicht mehr kennen, da sie ja die meiste Zeit des Jahres auf Tour im Ausland sind.

Und viele kommen auch gar nicht zum Geld ausgeben, da sie dauernd beschäftigt sind.

Die Geschichte als Vorprogramm einer Band hat ganz gut geklappt - ich muss nur noch ein paar Teile verbessern, verkürzen usw usw.

ABER ich glaube, es könnte funktionieren, dass ich das bei einigen anderen Bands auch mache.

werde die nächsten Wochen damit verbringen, einige Kontakte in der Musikbranche zu knüpfen.

Weiter spiele ich am Samstag in einem Swingerclub. Da freue ich mich schon richtig drauf.

Die waren nett, höflich und haben mich gefragt. Darum spiele ich dort.

Bis auf BZÖ-Veranstaltungen bin  ich bereit fast überall aufzutreten. Schickt mir einfach eine Nachricht! Ich beisse nicht.

Freitag, 7. Oktober 2011

Eigen-Promotion

War gestern in der Stadt unterwegs und habe noch fleissig Flyer verteilt. Es ist irgendwie unglaublich, wie hilfsbereit die Leute sind "Ja, leg nur auf - kein Problem"

Ich wünschte mir, dass wäre genauso, wenn ich die Leute zum Kabarett einlade. Wahnsinn, was man alles machen muss um die Leute dazu zu bewegen ins Kabarett zu gehen und auch dann, wenn es GRATIS ist!

Aber ich muss mich an der eigenen Nase nehmen. Über Facebook kommen täglich Einladungen zu irgendwelchen Events rein und ich bin so gemein und antworte nicht einmal, ABER wenn ich auf "ja" klicke, dann komme ich auch.

Jetzt sitze ich vor dem Computer und überlege, wem ich noch eine Einladung schicken soll.

Meine kompletten email-Kontakte wurden eingeladen, diverse Kollegen und Veranstalter in Wien auch. Veranstaltungsanzeiger der diversen Zeitungen sowieso und über facebook habe ich auch schon die Werbetrommel gerührt.

Das tolle ist, dass sich bis jetzt schon 2 Leute gerührt haben, ob ich bei ihnen Auftreten will. NA SICHER!!!!

Faszinierend ist, dass diese Leute als erstes um den heissen Brei herumreden, wegen der Gage. Liebe Leute, ich mache das wirklich nicht wegen der Kohle.

Ich mache einfach mit aus, wann ich spiele, ihr stellt die Technik und den Techniker und die Location und ich spiele. Punkt. Aus. Wenn Geld übrig bleibt - gut, teilen wir halt ehrlich, oder der Veranstalter nimmt halt das Geld vom Getränke und Essensverkauf und ich stelle meine Spendenboxen auf.

Für mich war ein Geschäft immer dann gut, wenn ALLE daran etwas verdienen.

Was ich nicht will ist, das Veranstalter mich unbekannten Newcomer buchen und sie draufzahlen müssen. Dann ist ja klar, dass sie in Zukunft keine unbekannten Künstler mehr buchen, sondern nur bekannte Namen.

Aber wie gesagt, das finanzielle ist für mich total nebensächlich. ICH WILL SPIELEN!!!!!

Ich will mir mein Publikum erarbeiten und nicht auf jeden VIP-Event herumlaufen müssen und mit wedeldem Schwanz jeden Promi bzw. Wichtigtuer in den A... kriechen müssen und zum Dank darf ich 3x im Jahr auf irgendwelchen Charity-Events auftreten.

Das ist jetzt bitte NICHTS gegen Charity-Events, es ist nur leider so: Wenn jemand gebraucht wird, der gratis wo auftritt kennt jeder deinen Namen und deine Telefonnummer. Wenn es aber ein Event ist, der gut bezahlt wird, nehmen sie einen hochbezahlten klingenden Namen, der viel zu viel Gage bekommt. Ist so.

Genauso bei der Musik. Gehe in einen Kabap-Laden, dort spielt es türkische Musik, gehe in ein China-Restaurant, da spielt es chinesische Musik - gehe in ein Wirtshaus, dort läuft der Radio mit ca. 95% Musik aus den USA oder sonstwo nur nicht aus Österreich.

Warum ist das so, haben wir so schlechte Musik in Österreich?

Ist aber ein bisserl ein müssiges Thema. Viele Leute sagen "Es gibt so viele tolle österreichische Musiker und Bands, bla bla bla"  Dann fragst Du "Kannst Du mir 3 nennen, die nicht bei einer Casting-Show waren?"
Plötzlich Totenstille.

Das beste Beispiel ist der "Amadeus-Award". Die Karten müssens fast herschenken, damit Publikum kommt, froh müssens sein, dass irgendeine internationale Band kommt, die mehr als 3 Leute kennt und die vor ca. 6 Monaten einen Hit gehabt haben.

Der Moderator versucht lustig zu sein und als österreichischer Musiker würde ich mich nur verarscht vorkommen.

Den ganzen Klimbim bzw. den Award würde ich unter der Kategorie "respektlos" einreihen. Dort werden Volksmusikanten verarscht, die eine Menge Platten verkaufen und auch vor tausenden Leuten auftreten und vor Bands, die 3x in ihrem Leben in irgendwelchen In-Clubs spielen durften (und das vor 20 Leuten, wobei 50 auf der Gästeliste standen) wird gekrochen.

JEDER Künstler, der die Eier hat, vor Publikum aufzutreten verdient Respekt, egal welche Musikrichtung er spielt.

So, jetzt werde ich noch ein paar VIPs einladen - kommen zwar eh nicht, aber ....

Donnerstag, 12. Mai 2011

Oarge Woche

Puh - die letzten Tage hatten es in sich.

Sonntag - wieder Auftritt im "Local". Diesmal war ich extrem nervös. Nicht aus Lampenfieber, sondern ich hatte irgendwie die Befürchtung, dass keine Leute kommen werden.

Kurz vor Auftrittsbeginn sass ich in meiner "Garderobe" und fühlte mich echt mies und war ziemlich gekränkt, da so viele Leute zugesagt hatten und es waren nur ganz, ganz wenige Leute da und ich dachte mir "Warum sagen die zu, wenn sie dann eh nicht kommen????" Kurz vor 8 waren ca. 6 Leute im "Local" - Scheisse verdammte - kann man den niemanden heutzutage mehr vertrauen?  "Ja, ja - ich komm eh, wo ist das genau. JA kenn ich eh bla bla bla"

Ich schaute aus dem Fenster und der Himmel war blau und ich wurde extrem ruhig und gelöst. Es war irgendwie ein magischer Moment. Es war mir plötzlich egal, wieviele Leute da waren. Ich dachte mir nur "Geht jetzt da raus und gib Dein Bestes - die, die wirklich gekommen sind, verdienen es, dass du dir den Arsch aufreisst und sie zum lachen und nachdenken bringst."

Ich habe keine Bühnenangst. Schon seit Jahren nicht mehr. Ich hätte kein Problem vor tausenden LEuten aufzutreten, doch ich finde es ist viel, viel schwieriger vor 20 Leuten zu bestehen!!!

Und es funktionierte!!!  Das Publikum war super drauf - mein Techniker war sehr, sehr gut und es "flutschte". Der Abend war von meiner Seite zwar nicht perfekt, da ich wieder mal in der 1. Hälfte eine Menge ausgelassen habe (passiert mir dauernd) und ich glaubt, extrem holprig gesprochen zu haben.

Die Leute, mit denen ich sprach, waren aber begeistert und sparten nicht mit Lob. 

Was gibt es schöneres????

Gleich am nächsten Tag auf um 6:30 - Frühstück herrichten, Kinder umziehen (gemeinsam mit meiner Gattin) und als alle 3 aus der Wohnung waren legte ich mich noch ein paar Stunden hin und zu Mittag ging es dann zum Flughafen.

Ab nach Holland zu einer Internet-Schulung.

Ich kam am 17.00 Uhr in Amsterdam an, sperrte mein Gepäck ein und fuhr in die Stadt.

Im Zentrum angekommen spazierte ich ca. 2 Stunden herum und war ziemlich enttäuscht. Die Stadt war zwar recht nett mit den Grachten und den alten Gemäuern, aber ein Coffee-Shop nach dem anderen und ein Souvenir-Laden neben dem anderen. Das Essen war eine Enttäuschung.

Ich fuhr dann ins Hotel und am nächsten Tag hatte ich Schulung.

Ein Kollege aus Holland zeigt mir dann auf einer Karte, welchen Teil von Amsterdam ich mir ansehen sollte.

Gleich nach der Schulung setzte ich mich aufs ausgeborgte Fahrrad und fuhr los Richtung Amsterdam Zentrum. Alle meinten es dauert ca. 40 Minuten in die Stadt.

Ich bin aber scheinbar falsch abgebogen und fuhr fast 2 Stunden ins Zentrum - EGAL.

Zuerst war der Weg unglaublich fad, da ich zuerst zum Flughafen musste, dann ging es weiter - fad und grau in grau. Plötzlich eine Gabelung und ich war in einer schönen Siedlung.

Typisch holländisch. Nette Bauten und nette Gärten, danach kam ich zu einem Kanal und dort sah es aus wie in einem Märchen. Unglaublich Idyllisch und schön. Schöne, saubere und grösse HAusboote, eine Windmühle. Wunscherschöne Restaurants und Cafes. Ich kam aus dem lächeln nicht mehr heraus.

Danach gib es weiter neben Kanälen und Einzelhäuser, dann kamen Reihenhäuser, dann Wohnhäuser und ich näherte mich dem Zentrum.

Die Radwege in Holland sind auch unglaublich und man glaubt nicht, wieviele Radfahrer unterwegs sind.

Durch ein paar nette Einkaufsstrassen (nicht die üblichen mit H&M und ähnlichem Schrott) mit diversen Läden, die von Indern oder Arabern geführt werden (die Gerüche waren unglaublich) kam ich dann dem Stadtzentrum näher und fuhr einen Ring neben einem Kanal entlang und kam dann zum Hauptbahnhof.

Um zu verdeutlichen, wieviele Fahrräder unterwegs sind: Links vom Bahnhof sind auf einer Seite 2.500 Fahrradabstellplätze, wobei die meisten besetzt sind. Es gibt aber noch einige andere.

In Holland MUSST du dein Fahrrad an irgedwas anhängen, sonst ist es weg. Das ist halt so.

Ich also Rad-PArkplatz gesucht - angehängt und gleich ins chinesische Viertel.

Ich kam bei einem Cafe vorbei, wo nur Männer draussen standen mit ECHTEN Oberlippenbärten und in der Auslage standen ein Haufen "Action Joe"-Figuren in Uniformen. Gleich im nächsten Cafe dasselbe Bild. Ich war irgendwie im Schwulen-Viertel gelandet. War egal - mir ist die sexuelle Ausrichtung eines Menschen egal. Hauptsache er oder sie ist glücklich dabei (dabei meine ich beide Partner)

Danach kam ich ins chinesische Viertel, dann ins Rotlicht-Viertel und ging dann über die HAuptstrasse zurück zum Bahnhof.

Und an diesem Abend gefiel es mir extrem gut in Amsterdam. Dadurch, dass ich die Aussenbezirke auch gesehen hatte und die schöneren Stadtteil, war ich sehr, sehr begeistert von dieser wunderbaren Stadt.

Und nein - ich habe kein einziges Mal gekifft. Ich war alleine vom Radfahren gut drauf.

Mittwoch abends ging es dann nach Hause.

Werde dem Hr. Becker ein bisserl auf die Nerven gehen, wegen eines 3. Termins im "Local"

Man sieht sich - oder auch nicht.

Montag, 2. Mai 2011

Kritiker

Am Samstag habe ich sehr, sehr lange im Garten gearbeitet und über Kritiker nachgedacht.

Einerseits brauchst du sie um irgendwie in den Medien vorzukommen.

Andererseits - was für Menschen sind Kritiker. Leute, die in ihren Büros sitzen und  CDs und Eintrittskarten gratis bekommen.

Ich bekam mal von einer Sängerin eine mail, wo sie ziemlich traurig oder angefressen über eine Kritik war. Ich dachte mir nur -"Mädel - Du hast vor einer vollen Halle gespielt - ca. 2000 Leute waren dort - ich habe das Lächeln und das Glück in vielen Gesichtern gesehen. Und es war eine grossen Menge an LEuten, die noch lange nach dem Konzert auf dich gewartet haben um ein Autogramm zu bekommen, oder dir ein Geschenk zu geben. Der Kritiker war vorher in der Garderobe - mit 2 kleinen Mädels, die unbedingt Autogramme wollten und er war schassfreundlich. Und dann schreibt er solche Scheisse! Fuck him!"

Ich lese ja sehr, sehr viel. z.B. Musikzeitschriften. Da sitzen Leute schon seit Ewigkeiten in den Redaktionen und müssen seit 20 Jahren Heavy-MEtal-CDs anhören und besprechen. Wie fad muss das sein. Immer und immer denselben Schrott hören.

Das mit dem Heavy MEtal ist so eine Sache. Es gibt keine Alben mehr, wo jede Nummer ein Treffer ist. Früher hattest Du bei sehr guten Alben eine Trefferquote von ca. 70 - 80%. D.H. ein zwei Füller waren auf jedem Album. Heutzutage musst Du froh sein, wenn du auf einem Album 2 - 3 NICHTFÜller hast. Alben werden nur mehr auf den Markt geworfen, damit die BAnd auf Tour gehen kann um Geld zu verdienen.

Nimm als Beispiel MEtallica.  Von denen konntest Du von allen Alben bis zum schwarzen JEDE Nummer live bringen und das Publikum zuckte aus. Und jetzt versuche das mal mit jedem Album ab "Load". Musikkenner werden mich verstehen.

Ich schweife mal wieder zu sehr ab.

Ich bin beim Grazer Kleinkustpreis nicht in die nächste Runde gekommen. Ich weiss nicht woran es gelegen hat. ICh kann meine Darbietung nicht beurteilen, aber ich habe mit einigen LEuten aus dem Publikum gesprochen, die meinen Auftritt gut fanden und einer meinte "auch wenn du nicht weiterkommst, für deinen Auftritt brauchst dich sicher nicht genieren"

Die Kritiker haben es anders gesehen. Ich war nach diesem Abend ziemlich fertig und kurz davor alles hinzuwerfen. Aber andererseits, haben meine bisheringen Vorstellungen den Leuten ganz gut gefallen. Soll ich jetzt auf die Kritiker hören oder aus Publikum?

Ich habe mich fürs Publikum entschieden. Die sind die Leute, die zu meinen Vorstellungen fahren um mich zu sehen und die dafür auch bezahlen.

Scheiss auf die Kritiker!!

Donnerstag, 31. März 2011

Kleinkunstwettbewerb

Jetzt kam DER Anruf! Ich kann mitmachen beim Grazer Kleinkunstpreis!!! Jubel Hurra ....Moment mal....ich habe nur 15 Minuten Zeit, das Publikum von meiner Genialität zu überzeugen.

Ufff

Jetzt bin ich im Moment planlos. Was soll ich den Leuten erzählen. Nehme ich einfach einen Teil des Programms, oder kürze ich meine Lebensgeschichte, oder....

Ich weiss es nicht.

Ich warte einfach ....

Vielleicht kommt ja noch eine geniale Idee.

Hoffen wir das Beste....

Freitag, 18. März 2011

Wien Premiere

Am 13.3.2011 hatte ich meine offizielle Wien Premiere.

Nach 2 mehr oder weniger erfolgreichen Vorpremieren war ich diesmal WIRKLICH nervös. Ich weiss nicht genau warum, aber es war so. Vielleicht lag es daran, dass ich das Programm derartig umgeschrieben habe?

Nach meiner 1. Vorpremiere habe ich mir ja das Video angesehen und fand es fürchterlich. War das da auf der Bühne wirklich ich? Benutze ich wirklich in jedem 3. Satz "Scheisse" oder ander Kraftausdrücke? Rede ich wirklich sooo grausslich?

Ich machte mir gleich eine Liste mit Punkten, die ich dringend ändern wollte.

Bei der 2. Vorpremiere in einem ganz, ganz intimen Rahmen (ein Tonstudio in Gars am Kamp vor 9 Leuten) lief es dann besser und ich spielte besser, benutze weniger Kraftausdrücke und die Pointen waren auch besser gesetzt.

Was mich besonders freute, war, dass ein Techniker und ein Tourbetreuer anwesend waren, die schon jahrelange Erfahrung in der Kabarettszene haben und die Anfangs ja sehr skeptisch über meine Bühnenpläne waren und nachher eigentlich fast begeistert waren.

Wie sagte doch anfangs der liebe Christian (Techniker für diverse Kabarettisten) "Wennst magst - ich arbeite mit einer Schauspielerin zusammen, die kann Dir ein bisserl helfen ..."

Der war nach der Vorstellung ziemlich still und lobte mich - so quasi "Das hätte ich von Dir nie erwartet."

So was baut auf. Und auch der liebe Michl (Tourbetreuer deluxe) war sehr von meiner Bühnenpräsenz angetan.

So was ist ganz, ganz wichtig fürs Ego.

Wir sind danch noch stundenlang zusammengesessen und haben über das Programm gesprochen und ich habe danach das Programm nochmals umgeschrieben und eine klare Linie hineingebracht.

Es ist ja faszinierend, wie Leute nach einer Vorstellung reagieren. Entweder sie lügen Dich an (war eh super) oder sie versuchen dir Tips zu geben.

Ich bin ja sehr dankbar drüber, aber ich denke mir oft "Wenn die Leute so gescheit sind und so viel wissen - warum haben wir so wenige Superstars in Österreich" Jeder ist ein kleiner Teamchef oder Musikexperte.

Bitte nicht missverstehen - ich bin sehr sehr dankbar über konstruktive Kritik, aber ... es ist so schwer zu erklären.

Z.B. bei den Witzen bzw. Pointen. Das eine Publikum findet das lustig, das ander Publikum das. Wie ein Freund, dessen Meinung ich sehr, sehr schätze meinte "Oida, du bist keine Witzeerzähler wie der Harald Schmidt - der hat jahrelange Routine und ein Heer von ca. 40 Witzeschreibern. Du bist mehr der Geschichtenerzähler. Konzentriere Dich auf deine Stärke."

Ich denke mir oft, wir manche Songs klingen würden, wenn die Bands auf die diversesten "Experten" gehört hätten und z.B. "Stairway to heaven" oder "Innuendo" auf die üblichen 3 1/2 Minuten gekürzt hätten.

Ich habe mir jetzt ein gewisses Arroganz-Schild zugelegt. Ich höre mir die Meinung der Leute an und bin weiterhin dankbar drüber, aber ich sage ihnen klipp und klar, wenn ich nicht ihrer Meinung bin. Komischerweise reagieren die meisten gar nicht böse drauf.

Vielleicht ist mein Weg ja gar nicht sooo falsch.

So - jetzt ist wieder mein altes Problem aufgetaucht - ich schweife immer wieder zu weit ab. Das war auch das Problem der Urversion des Programms.

Wo war ich stehengeblieben? (scroll scroll scroll)

Ah ja, die Nervosität vor der Premiere. Ich war diesmal wirklich nervös, aber als ich auf die Bühne ging und die Leute zum ersten Mal lachten war es wieder gut. Ein paar Mal habe ich Pointen verhaut, weil ich zu hektisch war, aber ich bin mir sicher das lerne ich noch mit der Zeit.

Der Schluss war ein Wahnsinn. Ich habe auf der Bühne mitbekommen, wie das Publikum tief Luft holte (ich liebe den Schluss - DAS erwarten ja die wenigsten) und dann nicht mehr zum klatschen aufhörte. Ich bekam zum ersten Mal bei diesem PRogramm so richtig einen Energieschwall vom Publikum und es war sehr, sehr geil.

Jetzt habe ich mich für 2 Kleinkunstpreise angemeldet und bin ein bisserl zu spät dran gewesen - bin aber auf der Warteliste auf Platz 1. Hoffen wir mal das Beste.